Freiwillige Feuerwehr GernsbachGeschichte der Abt. Staufenberg
Die "Gründung"
Unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Wilhelm Bender und der
nachfolgend aufgeführten Personen:
Otto Jung, Kaufmann; Julius Langenbach, Ratschreiber; Willi Fieg, Sattler;
Karl Ulrich, Gastwirt; August Bender, Blechner; Edwin Bender, Blechner; Emil
Bender, Maurer; Ernst Bender, Fabrikarbeiter; Herrmann Bender, Fabrikarbeiter;
Karl-Friedrich Bender, Maschinenarbeiter; Ludwig Bender, Holzhauer; Oskar Bender,
Kaufmann; Oswald Bender, Zimmermann; Paul Karcher, Fabrikarbeiter; Eugen Kleeh,
Holzhauer; Oskar Kleeh, Fabrikarbeiter; Gustav Krämer, Kaufmann; Karl Krämer,
Maschinenarbeiter; Adolf Kugel, Maurer; Karl Kugel, Kaufmann; Kurt; Kunzmann,
Metzgermeister; Robert Kunzmann, Metzgermeister; Willi Kunzmann, Kaufmann; Otmar
Müller, Kraftfahrer; Friedrich Rath, Bäcker; Eugen Rieger, Fabrikarbeiter;
Paul Schenkel, Schlosser; Eugen Schmeiser, Schlosser; Hermann Schneider, Maschinenarbeiter;
Ferdinand Staub, Schlosser
bildete sich aus der bis zum Gründungsjahr 1935 üblichen
Pflichtfeuerwehr die freiwillige Feuerwehr in Staufenberg. Übungen und
Proben wurden mit den bereits vorhandenen Löschgeräten durchgeführt.
Bald aber zeigt sich, daß diese Ausrüstung nicht mehr den Ansprüchen
genügte und so wurde ein Angebot der Firma Beuttenmüller in Bretten
eingeholt. Die Lieferung erfolgte kurze Zeit danach.
Bedingt durch organisatorische Schwierigkeiten und der politischen Verhältnisse
war die Suche nach einer geeigneten Strukturform sehr langwierig und erst im
März 1937 erfolgte die Eintragung der Freiwilligen Feuerwehr
Staufenberg ins Vereinsregister beim Amtsgericht Gernsbach.
Zuvor fand am 19. Februar 1937 im Gasthaus "Zum grünen
Baum" eine Versammlung statt, die in der Wahl des vorgeschriebenen "Führerrates"
durchgeführt wurde.
Das Wahlergebnis lautete:
1. Führer: Bürgermeister Wilhelm Bender
2. Führer: Gemeinderat Otto Jung
Schriftwart: Ratschreiber Julius Langenbach
Kassenwart: Willi Fieg
Gerätewart: Karl Ulrich
Wilhelm
Bender
Die Satzung wurde von Kommandant Brude aus Gernsbach erläutert und von der
Versammlung einstimmig angenommen. Somit waren alle Voraussetzungen für ein
geordnetes Feuerlöschwesen auf freiwilliger Basis gegeben.
Die Zeit 1937 bis Kriegsende
Überraschend verstarb im September 1937 Kommandant Bürgermeister
Wilhelm Bender. Otto Jung übernahm die Wehrführung, als sein Stellvertreter
wurde Karl Friedrich Bender gewählt.
Otto
Jung
Die Ausbildung wurde zügig aufgenommen und unentschuldigtes Fehlen bei
den Proben war mit Bestrafung verbunden. Die Ausrüstung der Wehrmänner
wurde Schritt für Schritt vervollständigt und bereits 1941
konnte die erste Motorspritze beschafft werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde
die Löschwasserversorgung mit der handbetätigten Feuerspritze bewerkstelligt.
Als Feuerwehrhaus diente der noch heute am Feuerwehrhaus befindliche Geräteschuppen.
Die erste große Bewährungsprobe der noch jungen Wehr fand am 15.
Juni 1940 nach dem Fliegerangriff auf unser Dorf statt. Die von zahlreichen
Brandbomben getroffenen Wohnhäuser (Schuler und Kugel) in der Hauptstraße
56 und 57 wurden durch Feuereinwirkung zwar beschädigt, konnten aber durch
den umsichtigen und tatkräftigen Einsatz der Feuerwehrmänner vor noch
größerem Schaden bewahrt werden.
In Folge Einzug zum Kriegsdienst wurde die Schlagkraft der Wehr immer mehr
beeinträchtigt, so dass Kommandant Jung sich gezwungen sah, von der Gemeindeverwaltung
Hilfsmannschaften und Reservelöschgruppen anzufordern. Somit war der Feuerschutz
der Gemeinde Staufenberg während der Kriegsjahre weitgehend sichergestellt.
Die Nachkriegszeit und der Wiederaufbau
Mit Ende des Krieges war die Anzahl der Wehrmänner sehr gering. Robert
Kunzmann wurde als Kommandant und Josef Kritzler als sein Stellvertreter von
Bürgermeister Eugen Bender eingesetzt. Aus dieser Zeit ist auch von der
Frauenfeuerwehr in Staufenberg zu berichten. Nachfolgende weibliche Hilfskräfte
waren, per Verfügung des Bürgermeisters Eugen Bender, zum Feuerwehrdienst
eingeteilt:
Luise Karcher (Führerin), Haus Nr. 47; Olga Kleeh (Führerin), Haus
Nr. 47; Käthe Bender, Haus Nr. 175; Elsa Schneider, Haus Nr. 138; Tilli
Kunzmann, Haus Nr. 161; Liesel Bender, Haus Nr. 155; Klara Schmeiser, Haus Nr.
120; Erna Eiermann, Haus Nr. 131; Rosa Bender, Haus Nr. 80; Lina Buck, Haus
Nr. 135; Lina Müller, Haus Nr. 83; Lina Kurz, Haus Nr. 83; Amalie Bender,
Haus Nr. 84; Hilde Bender, Haus Nr. 17; Jenny Bender, Haus Nr. 78; Erna Kugel,
Haus Nr. 193; Lina Karcher, Haus Nr. 26; Leonie Kurz, Haus Nr. 42; Luise Bender,
Haus Nr. 38a; Elsa Brenner, Haus Nr. 165
Während des Brandes im Wohnhaus Leopold Schmeiser am alten Schulhaus,
war die weibliche Feuerwehr im Einsatz. Durch ihre tatkräftige Mithilfe
konnte schlimmer Schaden abgewandt werden, nur der Verlust des Dachstuhls war
zu beklagen.
Robert Kunzmann
Nach nur einjähriger Amtszeit legte Robert Kunzmann im Jahre 1946
sein Amt nieder. Die Militärregierung in Freiburg hatte inzwischen durch
Anordnung festgelegt, daß die Wehr nur über 18 Feuerwehrleute verfügen
darf. Man sah sich nun den Schwierigkeiten ausgesetzt, welche der in dieser
Zeit verbliebenen Feuerwehrkameraden in die Reservemannschaft versetzt werden,
nachdem man inzwischen die Wehr auf eine stattliche Anzahl von Mitgliedern gebracht
hatte.
Am 20. März 1946 wurde dann die Wehr durch den kommisarischen
Bürgermeister neu aufgestellt, getrennt nach aktive und Reservemannschaft.
Zum Kommandant wurde der dienstälteste Wehrmann Josef Kritzer ernannt.
Josef
Kritzer
Dessen Stellvertreter war Ludwig Fieg. Am 6. Februar 1948
mußte die Wehr dann ihr ganzes Können unter Beweis stellen, nachdem
im Anwesen von Emil Bender, Haus Nr. 81, ein schwerer Brand ausbrach. Ein mehrstündiger
Einsatz, verbunden mit einer notwendigen Nachtwache, war erforderlich. Ein erneuter
Führungswechsel innerhalb der Wehr war dann anläßlich der Jahreshauptversammlung
am 19.3.1949 im Gasthaus "Sternen" erforderlich,
da der bisherige Kommandant Josef Kritzer aus Altersgründen die Übertragung
seines Amtes auf ein jüngere Kraft bat.
Malermeister Fritz Kilgus, der nur wenige Wochen zuvor Ludwig Fieg als Stellvertreter
abgelöst hatte, wurde einstimmig zum neuen Wehrführer gewählt.
Josef Kritzer übernahm das des Stellverterters. Doch bereits Ende des Jahres
1950 übernahm Herbert Rieber die Wehrführung und Gruppenführer
Werner Staub die Stellvertretung. Nachdem beide an einem Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule
teilgenommen hatten. Der häufige Wechsel der Führungskräfte bis
zum Jahr 1950 läßt aus heutiger Sicht auf eine ereignisreiche Periode
schließen. Die Gründe dafür sind in den Anordnungen und der
Neugründung des Gemeinwesens zu sehen.
Fritz
Kilgus Herbert
Rieber
Nach seiner Wahl zum Bürgermeister im Jahr 1948 begann
Oskar Bender zielstrebig mit dem Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr Staufenberg.
So rief er alle geeigneten Männer zu einer Zusammenkunft am 29.
September 1950 ins Rathaus, um die nunmehr geschwächte Wehr wieder
zu einer schlagkräftigen Truppe zu formieren. Zweiundzwanzig junge Leute
erklärten hierauf spontan den Eintritt in die Wehr, sieben davon sind noch
heute in unseren Reihen:
Ewald Bender; Hans Klingele; Edmund Kleeh; Arno Kugel; Erwin Nees; Rudi Rath;
Hans Tschan
Oskar
Bender
Weiterhin wurde die Löschwasserversorgung durch den Bau des unterirdischen
Behälters an der Staufenberger Straße - Abzweigung Erdbeerweg - und
die Kapazitätserhöhung des Wasserreservoirs am Ortsausgang Richtung
Neuhaus auf 200 qbm grundlegend verbessert.
Die dringensten personellen und technischen Probleme waren damit vorerst gelöst
und es war nur noch die Überarbeitung der bestehenden Feuerwehrsatzung
aus der Vorkriegszeit vorzunehmen. Der Gemeinderat beschloß die neue Satzung
und daraufhin fand eine ordentliche Jahreshauptversammlung am 17. Januar
1953 im Gasthaus "Sternen" statt. Dabei wurde Herbert Rieber
formell zum Wehrführer und Werner Staub als dessen Stellvertreter gewählt.
Die Ausrüstung und Ausbildung machte nun große Fortschritte und
1958 konnte die aus dem Jahr 1942 stammende Tragkraftspritze
durch eine damals hochmoderne Ziegler-Spritze mit VW-Motor ersetzt werden. Am
16.11.1957 mußte BM Oskar Bender aufgrund des Rücktrittes
von Herbert Rieber kurzzeitig die Wehrführung übernehmen, bis am 22.11.1958
Löschmeister Hans Tschan zum neuen Kommandanten gewählt wurde. In
seine Dienstzeit fiel der Schuppenbrand am Bühnensaal des Gasthauses "Sternen"
am 26.4.1959. Durch umsichtiges und überlegtes Handeln
konnte der Feuerübergriff auf das Hauptgebäude verhindert werden.
Hans
Tschan
Ein erneuter Wechsel in der Wehrführung folgte am 12. Dezember
1964. Bruno Bender wurde Wehrführer und übte dieses Amt bis
zur Eingemeindung und dem daraus resultierenden Zusammenschluß mit der
Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach aus. Als Stellvertreter stand ihm Oberlöschmeister
Hans Klingele zur Seite. Während dieser Zeit veränderte sich die Ausstattung
der Wehr gewaltig.
Bruno
Bender
Das lang ersehnte Löschgruppenfahrzeug konnte im Jahr 1967
endlich beschafft werden und das mühsame herumplagen mit dem Spritzenanhänger
hatte sein Ende. Die feierliche Übergabe fand am 23./24. September
1967 statt.
Fahrzeugübergabe
LF 8 (1967)
Verbunden war dieses Ereignis mit dem ersten richtigen Feuerwehrfest seit Gründung
der Markthalle. Der Geräteschuppen am Rathaus war nun zu klein geworden,
und so wurde das neue Fahrzeug und der vorhandene Tragkraftpritzenhänger
in der Markthalle untergebracht. Die Ausbildung konnte nun besser und intensiver
gestaltet werden.
Geräteschuppen
am Rathaus
Am 1. Januar 1971 erfolgte dann der Zusammenschluß mit
der Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach im Zuge der Eingemeindung. Diese Eingemeindung
erfolgte ohne größere Schwierigkeiten, und unter dem Kommando von
Kommandant Brude und dessen Stellvertreter Manfred Kast führte Brandmeister
Bruno Bender die Abteilung Staufenberg in der Eigenschaft als Abteilungsleiter
weiter. Gemeinsame Übungen und verbesserte Weiterbildungsmöglichkeiten
halfen die kameradschaftlichen Banden noch enger zu binden. So fand bereits
im März 1971 die Stützpunktübung im Stadtteil
Staufenberg statt. Angenommenes Brandobjekt war das damalige Erholungsheim "Neuhaus".
Noch im gleichen Jahr erhielt die Abteilung Staufenberg als eines der ersten
Anschaffungsobjekte seitens der Stadt Gernsbach einen neuen VW-Bus als Mannschaftstransportwagen.
Da nunmehr zwei Feuerwehrfahrzeuge vorhanden waren, brachte die Unterbringung
in der Markthalle erhebliche Probleme mit sich. Diese "Notlösung"
befriedigte weder die Gemeinde noch die Feuerwehr und so wurde beschlossen,
so rasch als möglich eine neue Unterkunft zu erstellen. Da der Bau einer
Fahrzeughalle mit ein Erfüllungspunkt des abgeschlossenen Eingemeindungsvertrages
zwischen der ehemals selbstständigen Gemeinde Staufenberg und der Stadt
Gernsbach war, konnte bereits im Jahr 1974 der Neubau der Fahrzeughalle
unterhalb des ehemaligen Rathauses fertiggestellt werden. Am 26.10.1974
erfolgte dann die feierliche Einweihung. Zuvor wurden zahlreiche Stunden Eigenarbeit
geleistet.
Am 27.8.1977 wurde Rolf Schmeiser zum neuen Leiter der Abteilung
Staufenberg gewählt, nachdem Bruno Bender auf presönlichen Wunsch
aus diesem Amt schied. Man war nun bestrebt, in Eigenarbeit die vorhandene Unterkunft
weiter auszubauen und so gestalteten die Wehrmänner der Abteilung Staufenberg
den ehemaligen Rathauskeller zu einem Gemeinschaftsraum mit Dusch- und Waschgelegenheit
um.
Die Zeit nach dem 50-jährigen Jubiläum der Abt. Staufenberg bis
zur Gegenwart
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum und auch das Rahmenprogramm verlief nach
Plan, unvorhergesehene Ereignisse wurden durch Improvisation "elegant"
umschifft. Die Kameraden aus Kirchdorf / Hamburg waren über die Festtage
im Naturfreundehaus "Weise Stein" untergebracht und fühlten sich
dort auch sehr wohl. Das Betreuungsprogramm unserer Kameraden aus Hamburg umfaßte
u. a. eine Busfahrt über die Schwarzwaldhochstraße sowie eine Wanderung
auf unseren Hausberg "Merkur". Auch die Kameraden aus Staufenberg
bei Gießen
gaben uns am Festsonntag die Ehre und nahmen, neben zahlreichen Feuerwehren
aus dem Landkreis Rastatt, an unserem Festumzug teil. Das wirtschaftliche Ergebnis
der Jubiläumsfeiern war befriedigend und so konnte ein finanzieller Grundstock
für kameradschaftliche Maßnahmen wie Ausflüge geschaffen werden.
Bei der Erweiterung und Renovierung der evang. Kirche Staufenberg halfen unsere
Wehrmänner tatkräfig mit, um somit einen Beitrag zur Vereinsarbeit
in unserem Ort zu leisten.
Am 27.09.1986 folgten wir der beim Jubiläum ausgesprochenen
Einladung unserer Feuerwehrkameraden aus Staufenberg bei Gießen. Bei diesem
Besuch konnten wir unseren Gastgebern doch deutlich mehr Zeit widmen und wir
waren alle von der Gastfreundschaft überwältigt. Im Verlauf der Abteilungsversammlung
1987 wurde Rolf Schmeiser zum Abteilungskommandanten wiedergewählt
und führt die Abteilung mit dem stellv. Abteilungskommandanten Jürgen
Karcher weitere fünf Jahre.
Mit den Feuerwehrkameraden aus Staufenberg bei Gießen wurde am 19.
Mai 1987 ein frohes Wiedersehen gefeiert und die Freundschaft weiter
vertieft. Eine neu formierte Gruppe unserer Abteilung errrang am 02.
Juli 1987 unter der Führung von Gruppenführer Uwe Schmeiser
nach intensiver Übungstätigkeit das "Bronzene Leistungsabzeichen"
des Landes Baden-Württemberg.

Die in 1987 durchgeführte "Tour de France"
führte in ihrer 5. Etappe von Herrenalb kommend auch durch unseren Stadtteil.
Innerhalb kürzester Zeit zog dieser Tross an uns vorbei, so dass wir unseren
Absperraufgaben nachkommen konnten.
Das in die Jahre gekommene LF 8 wurde am 25.05.1988 durch
ein Neufahrzeug ersetzt.

Mit dem neuen LF 8 legte die im Vorjahr gegründete Wettkampfgruppe in
Rauental ihre "Silberprüfung" erfolgreich ab.
Der Jahreshöhepunkt aus kameradschadtlicher Sicht war der Ausflug nach
Berlin. Bereits die Erkundungsfahrt mit einem Unimog Doppelkabinerfahrzeug war
ein erinnerungswürdiges Unterfangen. So war die Deklarierung des Unimogs
als PKW an der innerdeutschen Zonengrenze mit größeren Unannehmlichkeiten
verbunden. Die Verpflegungsmöglichkeiten auf den DDR-Autobahnen waren äußerst
dürftig, hinter jeder Hecke kontrollierte die Volkspolizei die Einhaltung
der Höchstgeschwindigkeit und des Überholverbots, auch an ein Verlassen
der Transitstrecke war nicht zu denken.
Dagegen ging es in West-Berlin wesentlich erfreulicher zu. Die Gespräche
mit verschiedenen Institutionen in Berlin zur Bezuschussung unseres Ausfluges
verliefen sehr erfolgreich und so konnten wir unsere Buskosten damit finanzieren.
Im Rückblick muß man sagen, dass der Berlin-Ausflug mit dem Nachtleben
auf dem Kurfüstendamm, der Stadtrundfahrt und dem Besuch im Ostteil der
Stadt bei ausnahmlos allen Teilnehmern einen prägenden Eindruck hinterlassen
hat.

Im Verlauf der Abteilungsversammlung am 17. 02. 1989 wird
der stellvertretende Abteilungskommandant Jürgen Karcher für weitere
fünf Jahre gewählt. Die seit zwei Jahren laufenden Sonderübungen
führen zum Erwerb des "Goldenen Leistungsabzeichen BW" am 01.
07. 1989 in Gaggenau unter der Gruppenführung von Uwe Schmeiser.
Somit hat die Abteilung Staufenberg 9 weitere voll ausgebildete Wehrmänner
in ihren Reihen.
Das trockene Spätjahr und die erst im Nachhinein gefundenen Leckstellen
im Rohrleitungsnetz der Wasserversorgung machen den Einsatz der Feuerwehr mit
Tanklöschfahrzeugen erforderlich.
Im Jahr 1990 ist über den seit langem schwersten Brandeinsatz
in unserer Chronik zu berichten. In Folge eines Heizungsbrandes im Keller des
Wohnhauses Staufenberger Str. 103 griffen die Flammen in den Treppenraum über.
Die Hauseigentümerin zog sich dadurch schwerste Brandverletzungen zu, an
denen sie nach wenigen Tagen verstarb.
Dass die technische Hilfeleistung bei den Feuerwehren immer mehr Raum einnimmt,
zeigt sich in diesem Jahr durch meherer Einsätze zur Beseitigung von Schäden
und Hindernissen nach heftigen orkanartigen Stürmen.
Wiederum wird wegen Trinkwasserknappheit der Einsatz der Feuerwehr erforderlich.
Eine Schlauchleitung über 1200 Meter Länge muss vom Verbandwasserhydrant
an der alten Volksschule (heute Haus Stößer / Volksbank) zum Wasserreservoir
am Ortsende in Richtung Neuhaus verlegt werden.
Der erwirtschaftete Überschuss vom Jubiläumsfest 1985 ermöglicht
der Abteilung einen Ausflug ins politische Bonn mit Besuch des deutschen Bundestages.
Im Rahmenprogramm wird eine Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn, die Besichtigung
des Neandertals, des Fernsehturmes in Düsseldorf, eine Teeprobe bei der
Firma Teekanne, der Besuch des Rheinbraun Braunkohletagebaus, sowie der Besuch
des Aachener Doms durchgeführt.
Die Jahreshauptübung unserer Gesamtwehr findet am 05.10.1991
in Staufenberg statt. Um alle Einsatzkräfte sinnvoll zu beschäftigen
wird ein Verkehrsunfall zischen einem PKW und einem Tankwagen an der Strasse
Neuhaus - Wolfsschlucht angenommen.

Das Jahr 1992 beginnt mit der Abteilungsversammlung, hierbei
wird der Abteilungskommandant Rolf Schmeiser für weitere fünf Jahre
wiedergewählt. Nachdem alle Abteilungen der Gesamtwehr, mit der Ausnahme
von Staufenberg, nunmehr eine zeitgemäße Unterkunft mit Schulungsraum,
Teeküche und sanitären Anlagen ihr Eigen nennen, beginnt in diesem
Jahr der Neubau des Feuerwehrhauses in unserem Ortsteil. Das Richtfest findet
am 28.10.1992 statt. Die erforderlichen Umbauarbeiten an der
Fahrzeughalle und die neue Nutzung des Kellers im alten Rathhaus sowie der Neubau
erfordern den Einsatz vieler Wehrmänner.
Am 11.06.1993 wird das neue Feuerwehrhaus und die darin enthaltenen Räumlichkeiten
für den Musikverein "Harmonie" an die Nutzer übergeben.

Während der Tage der offenen Tür am 12. und 13.06.93
hat die Bevölkerung von Staufenberg die Möglichkeit, die neue Unterkunft
ausführlich zu besichtigen. Stolz auf die vielen Stunden erbrachter Eigenarbeit
zur Entlastung der Stadtkasse zeigen die Abteilungsangehörigen ihren zahlreichen
Gästen das neue Heim.

Die finanzielle Ausstattung der Abteilung, u. a. durch Sammeln und Ablieferung
von Altpapier ermöglicht im September einen Ausflug nach Wien. In Passau,
am Zusammenfluss von Inn, Donau und Ilz wird nach der Stadtbesichtigung eine
Dreiflüsseschifffahrt durchgeführt. Nach einer ausführlichen
Besichtigung von Wien (Prater, Schloss Schönbrunn, Steffelsdom und Hunderwasserhaus)
darf natürlich ein Heurigenbesuch in Neustift nicht fehlen.

Als Nachfolger von Jürgen Karcher wird Uwe Schmeiser im Jahr 1994
zum neuen stellv. Abteilungskommandanten gewählt. Jürgen Karcher hat
auf eine erneute Kandidatur für dieses Amt verzichtet.
Am 11.06.1995 wird ein neuer MTW in Folge einer erforderlichen
Ersatzbeschaffung an die Abteilung übergeben. Wie üblich wurde diese
Übergabe in festlicher Form mit Speis und Trank würdig gefeiert.

1996 - Der KSC gibt sich die Ehre und absolviert ein "Trainingsspiel"
auf dem Waldsportplatz des SV Staufenberg. Die Feuerwehr übernimmt auf
Grund des großen Besucherandranges die Verkersregelung und sorgt für
eine optimale Parkplatznutzung am ehemaligen Neuhaus. Der diesjährige Ausflug
führt im Oktober nach Prag. Besichtigungsziele waren u. a. Hradschim (Prager
Burg), die Burg Karlstein, der Wenzelplatz, der Altstätter Ring sowie eine
Moldau-Schifffahrt. Die Rückfahrt von Prag führte durch das Landesinnere
nach Karlsbad und über Waldsassen zurück in die Heimat.
Zum vierten Male wird am 07.03.1997 Rolf Schmeiser für
weitere 5 Jahre zum Abteilungskommandanten gewählt. Aus Anlass dieses Jubiläums
wird am 27.08.1997 eine kleine Feier im Feuerwehrhaus veranstaltet.

Mit Elisabeth Nees wird erstmals eine Frau (mit Ausnahme der dienstverpflichteten
Frauen nach dem 2. Weltkrieg) für die aktive Mannschaft verpflichtet. Vorrausgegangen
war die Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr.
Erwähnenswert ist im Jahr 1998 neben den üblichen
Maßnahmen wie Tag der offenen Tür, Familienwanderung, Martinsfeuer,
Nikolausfeier, dass wieder die Jahreshauptübung der Gesamtwehr in Staufenberg
anstand. Übungsobjekt war das Naturfreundehaus "Weise Stein"
mit Aufbau eine Löschwasserleitung und Einrichtung eines Löschwasser-Pendelverkehrs
mit Tanklöschfahrzeugen.
Am 23.07.1999 wird in einer außerordentlichen Abteilungsversammlung
Uwe Schmeiser als neuer Abteilungskommandant gewählt. Stellvertreter wird
Artur Ganther.

Diese Neuwahlen waren erforderlich geworden da Rolf Schmeiser das von ihm angestrebte
Amt des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach im Jahr 2000 von Kommandant
Kast übernehmen wird. Rolf Schmeiser hat insgesamt 22 Jahre die Abteilung
Staufenberg geführt und wird in der Folge zum Ehrenabteilungskommandant
ernannt. Kassenverwalter Heinz Staub und Schriftführer Hans-Peter Rath
können auf eine 20-jährige Amtszeit zurückblicken. Ihre erste
Wahl fand am 03.03.1979 statt.
Der dreijährige Rhytmus der Abteilungsausflüge wird weiterhin beibehalten.
Vom 19. bis 22.09.1999 steht mit Paris ein weiteres interessantes
Ziel mit dem Rahmenprogramm Reims und Champangerprobe bei Moet auf dem Programm.
Orkansturm Lothar erfordert am 2. Weihnachtsfeiertag den Einsatz aller Wehrmänner
zur Beseitigung umgestürzter Bäume, Errichtung von Notbedachungen,
etc. Die Feuerwehrkameraden selbst werden nicht verschont, die Kameraden Uwe
Schmeiser und Artur Ganther erkennen iher Privatfahrzeuge nicht wieder als sie
vom Einsatz in den späten Abendstunden zurückkehren.

In einem Workshop definiert der neue Abteilungskommandant Uwe Schmeiser die
Ziele der Zukunft im Besonderen liegt ihm die Altersstruktur der Abteilung am
Herzen und er schlägt die Gründung einer eigenen Jugendgruppe vor. Das inzwischen
sieben Jahre alte Feuerwehrhaus benötigt einen neuen Giebel- und Fensteranstrich.
Zusammen mit dem Musikverein werden allein von der Feuerwehr 177 Arbeitsstunden
erbracht.
Am 21.09.2001 wird im Verlauf einer kleinen Feier eine eigene
Jugendgruppe gegründet.

16 Jugendliche aus Staufenberg (13 Jungen und 3 Mädchen) zeigen ihr Engagement
an der neugegründeten Jugendgruppe. Verantwortlich für die Jugendarbeit
sind Peter Lukas als Jugendgruppenleiter und Patrik Kornmann als dessen Stellvertreter.
Im Jahr 2002 wurde die Abteilung Staufenberg von nennenswerten
Einsätzen verschont. Neben den allgemeinen Übungs- und Ausbildungsarbeiten
wurde der traditionelle Tag der offenen Tür im Feuerwehrhaus Staufenberg
durchgeführt.
Anläßlich des 50. Bestehens stand am 09.06.2002
ein Besuch der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Staufenberg (Gießen)
auf dem Programm hierbei wurde die jahrelange Freundschaft weiter vertieft und
die Kameraden zu einem Gegenbesuch eingeladen.. Ein gelungener Ausflug in der
Zeit vom 22.09. – 25.09.2002 an den Lago Maggiore mit
einer Besichtigung der Stadt Mailand (Dom, Skala u.a.) bildeten den Höhepunkt
aus kameradschaftlicher Sicht.
Das Einsatzaufkommen der Abteilung Staufenberg hat sich mit 19 Einsätzen
im Jahr 2003 auf Grund der neu eingeführten Alarm- und
Ausrückeordnung erheblich gesteigert. Im Verlauf der Abteilungsversammlung
am 07.03.2003 im Gasthaus „Sonne“ wurde der Abteilungsausschuss
neu gewählt. Als Mitglieder wurden gewählt: Ewald Bähr, Achim
Bender, Harry Bender, Mark Duncan, Hubertus Nees, Hans-Peter Rath, Norbert Schmeiser
und Heinz Staub. In der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Ausschusses
wurde Heinz Staub als Kassenverwalter und Hans-Peter Rath als Schriftführer
in ihren Ämtern bestätigt.
Die Kameraden aus Staufenberg bei Gießen sind am 26.09.2003
zum Gegenbesuch ins Murgtal gekommen. Mit einem umfangreichen Programm (Besichtigung
der Fa. Schoeller u. Hoesch, Stadtrundgang in Gernsbach, Besuch auf dem Hausberg
„Merkur“ sowie einem gemütlichem Beisammensein in der Staufenberghalle)
wird diese Veranstaltung sowohl den Staufenberger (Gießen) als auch den
Staufenberger (Schwarzwald) in freudiger Erinnerung bleiben.
Am 05.03.2004 wurde Abteilungskommandant Uwe Schmeiser und
sein Stellvertreter Artur Ganther mit großer Mehrheit wieder gewählt.
Kassenverwalter Heinz Staub und Schriftführer Hans-Peter Rath können
auf eine 25jährige Amtszeit zurückblicken, beide wurden am 03.03.1979
erstmals gewählt. Die Um- und Renovierungsarbeiten im Keller des Feuerwehrhauses
konnten fertig gestellt werden. Zahlreiche Kameraden haben hierbei mitgeholfen
und ausschließlich in Eigenarbeit diese Maßnahme durchgeführt.
Ebenfalls konnte der Umbau des LF 8 in ein LF 8/6 abgeschlossen werden.
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