Freiwillige Feuerwehr GernsbachGeschichte der Abteilung Lautenbach
Vorgeschichte
Der Ort Lautenbach brannte am 5. Juli 1815 durch eine Brandkatastrophe fast
auf die Grundmauern nieder. 63 Häuser mit Stallungen fielen dieser Katastrophe
zum Opfer. Das einzige noch erhalten gebliebene Haus wurde viele Jahre später,
am 25. Juni 1905, an einem Sonntag nachmittag bei einem Gewitter vom Blitz getroffen,
und brannte vollständig ab.
Die Löscharbeiten gestalteten sich zu dieser Zeit sehr schwierig, da im
ganzen Dorf keine Wasserleitung vorhanden war, die eine wirksame Brandbekämpfung
ermöglicht hätte. Die Versorgung mit Löschwasser wurde lediglich
durch zwei Dorfbrunnen, einem im Oberdorf und einem im Unterdorf, die von verschiedenen
Quellen versorgt wurden, sichergestellt. Das zuständige Bezirksamt in Rastatt
bezeichnete diese Löschwasserversorgung als völlig unzureichend und
verlangte schnellst mögliche Abhilfe.
Darauf hin wurde im Jahr 1894 die Quellfassung der noch heute bestehenden Ahornquelle
mit großer Mehrheit der stimmberechtigten Bürger beschlossen. Gleichzeitig
wurde für den Ort eine Wasserleitung gebaut. Die Wasserleitung ermöglichte
die Installation von mehreren Hydranten im Gemeindegebiet. Die bis zu diesem
Zeitpunkt im Einsatz befindliche Feuerspritze konnte somit still gelegt werden,
da über die neuen Hydranten eine wirksamere Brandbekämpfung möglich
war.
Die Gründung
Bis zum Jahr 1938 gab es in Lautenbach keine fest organisierte Feuerwehr. Vielmehr
waren alle männlichen Einwohner verpflichtet im Notfall die Brandbekämpfung
aufzunehmen.
Nachdem allerdings am 2. April 1938 im Anwesen von Joachim Mörmann ein
Brand ausbrach, wurde die Gemeinde Lautenbach vom zuständigen Bezirksamt
Rastatt zur Einrichtung einer Freiwilligen Feuerwehr angewiesen. Auf Grund der
angespannten Finanzsituation der Gemeinde gestaltete sich diese Gründung
allerdings alles andere als einfach. Einige Besprechungen und ein umfangreicher
Schriftwechsel mit dem Kreiswehrführer waren notwendig. 21 Männer
stellten ein schriftliches Aufnahmegesuch zur Feuerwehr. Als Wehrführer
wurde Michael Schiel bestimmt. Vor Übernahme seiner Tätigkeit musste
er allerdings zuerst die Feuerwehrschule in Schwetzingen besuchen und eine entsprechende
Prüfung ablegen. Auf Grund der Mannschaftsstärke wurden zwei Männer
zu einem Gruppenführer-Lehrgang an die Feuerwehrschule entsandt.
Gründungskommandant
Michael Schiel
Nun konnte die junge Feuerwehr richtig organisiert werden. Durch Übungen
und Unterrichte wurden die Feuerwehrmänner auf eine schnelle und wirksame
Brandbekämpfung vorbereitet. Die Übungen fanden an Sonntagen um 6:00
Uhr morgens statt.
Folgende Ausrüstung stand zur Verfügung:
- Ein Einheitswagen mit
- Zwei Schiebeleitern
- Zwei Hydrantenstöcken mit Äxten und Leinen
- Zwei Verteilern
- Drei C-Strahlrohren
- ca. 100 m C-Schlauch
Nachdem durch den Kriegsdienst der Wehrführer, so wie zahlreiche Feuerwehrmänner
zur Reichswehr eingezogen wurden, wurde Alois Schiel zum kommissarischen Wehrführer
ernannt. Die stark gelichteten Reihen wurde durch viele daheim gebliebene Männer
die dienstverpflichtet wurden aufgefüllt. Verstärkt wurde diese Mannschaft
durch die damals organisierten Jungen und Mädchen. Es wurde neben dem Brandschutz
auch die Kontrolle der Verdunklungsmaßnahmen übernommen. Zur Zeit
der Luftangriffe waren verschiedene Feuerwehrleute auswärts, z.B. in Gaggenau
eingesetzt.
Kommandant
Alois Schiel
Die Nachkriegszeit
Im Jahr 1946 wurde die Feuerwehr Lautenbach mit den im Krieg dienstverpflichteten
Männern neu aufgestellt. Als Wehrführer wurde der aus der Gefangenschaft
heimgekehrte Andreas Meyer bestimmt. Die Mannschaftsstärke betrug zu dieser
Zeit 25 Mann.
Kommandant
Andreas Meyer
Durch ein Dekret der französischen Besatzungsbehörden wurde die Mannschaftsstärke
allerdings auf neun Mann beschränkt. Trotz mehrfacher Einsprüche musste
die Wehrstärke von 25 auf 9 Mann reduziert werden. Dass mit einer derart
dezimierten Feuerwehr kein ausreichender Brandschutz aufrecht erhalten werden
konnte, war allen Beteiligten sofort klar. Und so wurden neben der genehmigten
und namentlich registrierten „Mini-Feuerwehr“ einige junge Männer
im verborgenen ausgebildet und im Notfall heran gezogen. Dass diese Mannschaft
gut ausgebildet war, zeigte sich im Jahr 1949 beim Brand eines Ökonomie-Gebäudes.
Dank des raschen Eingreifens dieser jungen Feuerwehr konnte das Übergreifen
der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus verhindert werden.
Nachdem im Jahr 1950 die Besatzungsverordnung aufgehoben wurde, konnte die
Mannschaftsstärke auf 30 Mann erhöht werden.
Folgende Ausrüstungsgegenstände standen zur Verfügung:
- 1 Einheitswagen
- 2 Schiebleitern
- 2 Hydrantenstöcke
- 2 Äxte
- 5 Leinen
- 2 Verteiler
- 5 Strahlrohre
- 1 Gerätewagen
- 2 Hängeleitern
- 2 Hydrantenschlüssel
- 20 Mannschaftsäxte
- 4 Eimer
- 5 Schlauchhaspeln
- 2 Lampen
- 220 m C-Schlauch
- 100 m B-Schlauch
Die Gemeinde zählte zu diesem Zeitpunkt 531 Einwohner.
Im Jahr 1952 wurde der bisherige stellvertretende Wehrführer Felix Rothenberger
zum Wehrführer gewählt. Die Kameraden Albert Geiges, Heinz Koch und
Alois Rothenberger wurden zu Gruppenführern bestellt. Unter der Leitung
dieser Führungsmannschaft wurde die bisher gute Ausbildung recht schnell
auf ein hohes Niveau gebracht, unterstützt durch eine ausgezeichnete Kameradschaft.
Im Jahr 1954 wurde eine TS-4 angeschafft.
Kommandant
Felix Rothenberger
Das 25-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Lautenbach wurde vom
27. bis 29.Juli 1963 gefeiert.
Im Jahr 1964 wurde eine Tragkraftspritze TS-8 und eine TS-A angeschafft.

Die Mannschaft beim 25-jährigen Jubiläum
Ein Wechsel in der Führung der Feuerwehr fand im Jahr 1971 durch die Bestellung
von Peter Hartmann zum Kommandanten statt.
Im Jahr 1972 übernahm Siegfried Rothenberger das Kommando der Lautenbacher
Feuerwehr. Er war maßgeblich an der Eingliederung der Feuerwehr Lautenbach
in die Gesamtwehr Gernsbach im Zuge der Eingemeindung von Lautenbach in die
Stadt Gernsbach beteiligt. Der begonnene Aufbau wurde kontinuierlich weitergeführt.
Kommandant
Siegfried Rothenberger
Neben der Teilnahme an Übungen und Leistungsabzeichen wurde in den Jahren
1974 – 1977, der bis dahin bestehende Farrenstall, zum neuen Feuerwehrhaus
mit Mannschaftsräumen umgebaut. Die planerischen Arbeiten wurden von Heinz
Schiel, einem Feuerwehrkameraden, erledigt.
Nach Erteilung der Baufreigabe durch die Stadt Gernsbach wurde der Farrenstall
zum großen Teil in Eigenarbeit der Feuerwehrleute zum Feuerwehrhaus umgebaut.
Bei den Leistungsübungen im Jahr 1976 erwarben die Kameraden Siegfried
und Dieter Rothenberger zusammen mit Kameraden aus den Abteilungen Gernsbach
und Staufenberg erstmals in der Geschichte der Lautenbacher Feuerwehr das Leistungsabzeichen
in Gold.
Am 28.05.1977 wurde das neu umgebaute Feuerwehrhaus seiner Bestimmung übergeben.
Auch das neu angeschaffte Löschgruppenfahrzeug LF 8, das sich heute noch
im Dienst befindet wurde an diesem Tag der Abteilung übergeben.
Fahrzeugübergabe
des neuen LF 8
Im Jahr 1978 wurde das 40-jährige Bestehen der Feuerwehr auf dem Festplatz
gefeiert.

Mannschaft beim 40-jährigen Jubiläum
Am 25.11.1981 wurde das neu angeschaffte Mannschaftstransportfahrzeug an die
Abteilung übergeben.
Fahrzeugübergabe
des neuen MTW
Vom 20. bis 22. August 1988 wurde das 50-jährige Bestehen der Feuerwehr
in Lautenbach mit einem großen Zeltfest begangen.
Im Jahr 1992 gab Siegfried Rothenberger nach 20-jährigem erfolgreichen
Wirken sein Amt in jüngere Hände. Sein bisheriger Stellvertreter Dieter
Rothenberger wurde zu seinem Nachfolger gewählt.
Amtsübergabe
von Siegfried auf Dieter Rothenberger
Das 60-jährige Bestehen wurde im Jahr 1998 im Lautenbacher Bürgerhaus
gefeiert.
Seit dem Jahr 2002 hat nun Klaus Gorgas, zuvor schon Stellvertreter, das Amt
des Abteilungskommandanten übernommen.
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