Geschichte der Abteilung Gernsbach vor 1957
[Geschichte nach 1957]
[Kommandanten der Wehr]
[Historische Fahrzeuge der Feuerwehr
Gernsbach]
1857 wurde die Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach gegründet.
Im Aufnahmebuch von 1857 waren 91 Namen eingetragen. Erster Kommandant wurde
Josef Zeis, sein Stellvertreter Karl Schickardt. Im Gegensatz zu mancher in
Baden damals schon bestehenden Feuerwehr bestimmten die Statuten der hiesigen
Wehr von vorn herein ausdrücklich, dass der Eintritt freiwillig sei und
dass, mit Ausnahme des Kommandanten, der nach Anhörung des Gemeinderats
vom Bezirksamt ernannt und bestätigt werden sollte, die übrigen Vorstände
durch die Mannschaft gewählt werden. Den Hauptanteil der Mitglieder stellten
Angehörige der aufgelösten Bürgerwehr und Mitglieder des Turnvereins.
In einer behördlich anerkannten Feuerlöschordnung war die Einteilung wie
folgt festgelegt: 8 Wasserschöpfer, 8 Büttenträger, 70 Pumper
und 15 mit Gewehren ausgerüstete Wachmänner waren die damalige Aufteilung des
Korps. Das Feuerwehrhaus war damals die Brückenkelter.
Im Jahre 1858 wurde eine Feuerwehrkapelle gegründet.
Die erste Brandbekämpfung und damit ihre Bewährung vor der Öffentlichkeit
nachzuweisen, hatten die Wehrmänner bei einem Großbrand am 14.
November 1859 in Loffenau beim Dorfschütz Hecker.
Die Fahnenweihe fand am 1. Juli 1860 statt.
Die Fahne trägt den Wahlspruch der Feuerwehr "Gott
zur Ehr, dem nächsten zur Wehr", das Wappen und
die Aufschrift "Die Frauen und Jungfrauen der Freiwilligen
Feuerwehr Gernsbach 1860". Die Weihe der Fahne erfolgte
am Festtage durch Stadtpfarrer Eisenlohr in der evangelischen
und durch Dekan Krebs in der katholischen Kirche. Bei der
Fahnenweihe war sogar die Feuerwehr Leipzig anwesend.
Kommandant Zeis aus Gernsbach regt eine überörtliche Versammlung
in Gernsbach an, zu der an die badischen Feuerwehren eine Einladung verschickt
und hierzu auch in der "Deutschen Feuerwehr-Zeitung" vom 22.
November 1861 einen Aufruf veröffentlicht wird, durch den die
Vertreter der einzelnen Korps zu einer Versammlung in Gernsbach am 28.
November 1861 eingeladen wurden.
Wichtige Tagesordnungspunkte waren unter anderem:
- Einführung eines einheitlichen Schlauchgewindes
- Regelungen des Verhältnisses der Feuerwehren zu den Gemeinden
- Erlassung einer allgemeinen Feuerwehrordnung Benützung der Eisenbahn
bei auswärtigen Brandunfällen
- Jährliche Zusammenkünfte der Vorgesetzten der Feuerwehren zur Besprechung technischer
Fragen.
In dieser Versammlung wurde unser Kommandant Zeis zum Vorsitzenden der Versammlung
gewählt. Zeis wollte das badische Feuerwehrlöschwesen besser geregelt
wissen, den Freiwilligen Feuerwehren aber ein möglichst weitgehendes Recht
auf Selbstverwaltung eingeräumt sehen.
Ihre erste Gelegenheit in Gernsbach selbst ihr Können zu beweisen, erhielt
die Wehr beim Hochwasser an der Murg im Februar 1862.
Zum Kommandant wurde 1864 Engelhardt Sonntag gewählt,
sein Stellvertreter wurde Ernst Fieg.
Zum Kommandant wurde 1865 Karl Schickhardt gewählt, sein
Stellvertreter wurde Ernst Fieg.
Einsätze der Wehr im Jahr 1866:
5. Januar: Hirschwirt Heck in Weisenbach
4. Mai: Metzger Fieg Witwe hier
11. August: Leo Lang in Staufenberg
27. September: Friedrich Hetzel hier
3. Oktober: Farrenstall der hiesigen Gemeinde
7. Oktober: Langenbach zum "Wilden Mann" hier
30. Oktober: Friedrich Hetzel hier (zum zweitenmal)
Einsätze der Wehr im Jahr 1867:
4. Januar morgens: Bäcker Jacob Rothenberger hier abends: Martin Gallus
und Brüderlin hier
1. Februar: Hoffmann in Staufenberg
23. September nachts 12 Uhr: Heinrich Krieg, Dürr und Ludwig Seyfarth hier
nachts 3 Uhr: Jakob Ertel in Scheuern
16. November: W. Steimer, Belz und Lemmermeier hier
Zum Kommandant wurde 1871 Ernst Fieg gewählt, sein Stellvertreter
wurde Johann Trefzer.
Zum Kommandant wurde 1878 Johann Trefzer gewählt, seine
Stellvertreter waren Adolf Fischer, Anton Schneider und Ludwig Bender.
Im Jahre 1880 wurde die Löschordnung neu aufgestellt
und verbessert. Auch erforderten die umfangreichen Kassengeschäfte einen
eigenen Rechner. Dieses Amt übernahm 1878 der Herausgeber
der Gernsbacher Zeitung "Der Murgtäler" Wilhelm von Müller.
Das 25-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach wurde am
23. Juni 1883 auf dem alten Festplatz, der Murginsel feierlich
begangen. Großherzog Friedrich I. verlieh das von ihm gestiftete Feuerwehrehrenzeichen
an mehrere hiesige Wehrmänner.
1885
wurde dem Korps ein Geräteraum im Kornhaus überlassen.
Im
Jahre 1891 zeigten sich die Stadtväter besonders gebefreudig
und stellten zur Neuuniformierung der Feuerwehr größere
Geldmittel zur Verfügung. Die Messinghelme erhielten
das Wappen der Stadt.
Das 50-jährige Bestehen der Wehr wurde am 28. Juni 1907
festlich durchgeführt. Es waren damals 99 Mitglieder zu verzeichnen.
Zum Kommandant wurde 1908 Heinrich Herrmann gewählt,
seine Stellvertreter waren Karl Langenbach und Carl Brude.
Zum Kommandant 1911 wurde Carl Brude gewählt, sein Stellvertreter
war Heinrich Dick.
1914 - 1918: Der erste Weltkrieg warf die Arbeit in der Wehr
natürlich sehr zurück und riß Lücken in die Mannschaft,
die nur sehr schwer und langsam wieder geschlossen werden konnten. Nach Kriegsende
wurde unter Kommandant Carl Brude die Werkfeuerwehr Schoeller & Hoesch gegründet
und zunächst der Stadtwehr als 3. Zug angegliedert. Später wurde
die Werkfeuerwehr dann selbständig, arbeitet aber bis zum heutigen Tag
immer eng mit der Freiwilligen Feuerwehr zusammen.
Eine
Feuermelde- und Alarmanlage wurde am 7. Dezember
1920 in Betrieb genommen. Die Anlage enthielt 13
Druckknopfmelder. Die Zentrale und die Meldeanzeiger waren
im Rathaus untergebracht.
Im Jahre 1921 wurde die erste Autolöschspritze angeschafft,
deren Preis infolge der Inflation damals 250.000 Mark betrug und sich durch
die wachsende Inflation noch um 56.000 Mark verteuerte. Die Firma Schoeller
und Hoesch verpflichtete sich einen beheizbaren und belüftbaren Raum zur
Verfügung zu stellen, sowie einen Kraftfahrer.
Im Jahre 1924 wurde die Feuerschutzabgabe
eingeführt, dadurch wurde es ermöglicht, manche
Anschaffungen für die Feuerwehr zu tätigen. Bei
der Brückenkelter (Gerbergasse) wurde ein zeitgemäß
ausgerüstetes Feuerwehrhaus erbaut.
Während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 leistete die
stark verminderte und durch Jugend ergänzte Gernsbacher Wehr unermüdliche
Arbeit. Viele schlaflose Nächte mussten auf Wachen und beim Bereitschaftsdienst
innerhalb der Stadt, aber noch öfters auswärts bei Fliegeralarm und
Katastrophengefahr verbracht werden. Allein in Karlsruhe 16 mal, in Gaggenau
zweimal und in Baden-Lichtenau einmal. Während der Kriegsjahre wurde auch
eine weibliche Feuerwehr aufgestellt, die mehrfach Proben ihrer Bewährung
ablegte und von Luise Kübler geführt wurde.
1942 wurde ein Löschgruppenfahrzeug LF 15, Hersteller
Daimler-Benz, der Feuerlöschpolizei in Dienst gestellt, ebenso ein Tragkraftspritzenanhänger
TSA mit einer Tragkraftspritze TS 8/8, Hersteller Flader. Das LF 15 wurde nach
dem Krieg im August 1945 von der Besatzungsmacht beschlagnahmt.
1945 wurde Wilhelm Viola vom General der Besatzungsmacht zum
Kommandant ernannt.
Nach dem Krieg war nur noch ein kleines Häuflein von Wehrmännern
übrig, die unter sehr schwierigen Verhältnissen an den Wiederaufbau
gehen konnten. Erst im Jahr 1947 war es möglich,
wieder mit ernsthafter Arbeit zu beginnen.
Als im Jahre 1951 Ernst Brude aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte,
wurde er, der während des Krieges an maßgeblicher Stelle eines
Feuerwehrregimentes gestanden hat und die modernsten Erkenntnisse im Feuerlöschwesen
mitbrachte, zum Kommandanten gewählt, sein Stellvertreter war bis 1967
Otto Grötz.
Im selben Jahr konnte der Wehr wieder ein Löschgruppenfahrzeug LF 15 mit
einem Aufbau der Firma Metz auf einem Fahrgestell der Firma Daimler-Benz (LF
3500/42), übergeben werden.
1953: Indienststellung einer Anhängeleiter AL 17 der
Firma Metz
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